Der Ortsteilrat Burgau schloss sich in seiner Sitzung am 15. Mai 2018 folgender Erklärung der Bürgerinitiative "Altes Gut Burgau" einstimmig an:

Zur Bebauung des Areals „Altes Gut Burgau“

Der Ortsteilrat von Jena-Burgau, begrüßt gemeinsam mit der Bürgerinitiative prinzipiell eine angemessene Bebauung des zum großen Teil brachliegenden Geländes des Alten Gutes Burgau im Rahmen eines Bebauungsplanes. Im Einleitungsbeschluss des Stadtrates vom 16.12.2016 war eine "gebietsverträgliche, strassenbegleitende, und überwiegend 2-3 geschossige Bebauung" gefordert worden.

Nach dem aktuellen Bebauungsplanentwurf widersprechen jedoch die Bauhöhen, Geschosszahlen, die Grundflächenzahl, die Geschossflächenzahl, die Dichte der wohnlichen Nutzung, die Versiegelung der Fläche, und am auffälligsten die äußere Gestaltung bei Weitem den Vorschriften des Baugesetztes zur ortsüblichen Bebauung im Innenbereich und dem Auftrag des Stadtrates an die Entwurfsverfasser.

Um unseren attraktiven und teilweise unter Denkmalschutz stehenden Ortskern zu schützen, muß sich zumindest das äußere Erscheinungsbild des Baukörpers an die umliegende Bebauung entsprechend den hierzulande üblichen Bauregeln bezüglich der Bauhöhen und der Dachgestaltung anpassen. Des Weiteren gibt es mehrere Punkte, die einer Nachbesserung bedürfen, um nachhaltige Belastungen der Bürger Burgaus zu vermeiden. Wir können deshalb dem vorliegenden Bebauungsplan in seiner jetzigen Form nur zustimmen wenn die folgenden Festlegungen zu dessen Bestandteil werden.

Maßnahmen zur Erhaltung des Ortsbildes:

  • Nach Außen hin eine ortstypische Traufhöhe von maximal 8 Metern über Gelände. (Ortstypisch sind 5-6 Meter zuzüglich Geländeneigung und Sockel) Nach Außen hin, straßenbegleitend zur Grenzstrasse, Geraer Strasse, zur Brunnengasse sowie die Nord- und Ostseite des Objektes "3" (Tagespflege), ortstypische Satteldächer mit 45° Neigung und Dachziegeln in der Farbe rot bis dunkelbraun. Dachüberstand mindestens 50 cm. Maximal 30 % der Außenfassade giebelständig. Die Giebel ebenfalls mit 45° Dachneigung bis zu 4 Meter über die Traufhöhe hinausgehend. Nach Innen hin braucht keine Dachneigung eingehalten werden.
  • Zurücksetzen des gewerblichen Teils „Objekt 3" (Tagespflege) und verdecken des Baukörpers hinter einem verlängertem Grünstreifen mit Bäumen als Alternative zum 45°-Satteldach an Nord-und Ostseite dieses Baukörpers
  • Kein 5. Geschoß für das Markthaus (4 Geschosse widersprechen schon deutlich genug dem Einleitungsbeschluß und der ortsverträglichen 2-3 geschossigen Bauweise.
  • Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage zur Grenzstrasse hin und nicht in die verkehrsberuhigte Zone.
  • Verbindliche Festsetzung von 130 Parkplätzen auf dem Grundstück der Ernst-Abbe-Stiftung. Es werden 25 Kurzzeitparkplätze für Kunden, Besucher, Pflegekräfte und Patienten benötigt. Diese Kurzzeitparkplätze können zum Teil auch in der Tiefgarage ausgewiesen werden. Um das Parkplatzangebot gegebenenfalls dem schwer abschätzbaren Bedarf anpassen zu können muß auch das Areal westlich der Grenzstraße genutzt werden. (es ist schließlich im B-Plan einbezogen)
  • Am Schloßweidigt wird eine befestigte, unversiegelte Fläche geschaffen die einem Müllfahrzeug als Wendemöglichkeit dienen kann.
  • Die ohne Begründung auf dem Grundstück von Familie Elster gezogenen Baulinien und Baugrenzen entfallen.