Burgau, ein lebens- und liebenswerter Ortsteil im Süden Jenas, besitzt einen historischen Ortskern mit einer bemerkenswerten Konzentration historisch wertvoller und interessanter Bauwerke bzw. Ensembles. Über die wechselvolle Geschichte Burgaus wurde schon viel berichtet (z. B. Seibt 2007, Jonscher 2012). Umfangreiche Heimatforschung wurde von einer Geschichtsgruppe innerhalb des Vereins „Die Burgauer e. V.“ betrieben, die unter anderem zahlreiche Bände der Zeitschrift „Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte“ herausgegeben hat. Bewohner und Gäste Burgaus konnten sich aber bisher nur zu besonderen Ereignissen, wie dem "Tag der offenen Höfe" oder dem „Tag des offenen Denkmals“, über beeindruckende Zeugen dieser Geschichte informieren.
Auf der Grundlage der reichen Traditionen und des vorhandenen Wissens wurde daher im Ortsverein Burgau e. V. und Ortsteilrat die Idee entwickelt, im Rahmen eines "Historischen Ortsrundgangs Burgau“ den Ortsteil für Bewohner und Gäste noch interessanter und attraktiver zu gestalten. Auf Informationstafeln sollen die geschichtlich und architektonisch interessantesten Bauwerke bzw. Ensembles Burgaus, die dem Ortsteil einen besonderen Glanz verleihen, mit ihren Besonderheiten vorgestellt werden. Sie sind perlenschnurartig vom Schulhaus entlang der Geraer Straße ostwärts bis zur Göschwitzer Straße und dem Tal des Felsbaches unterhalb der Binderburg angeordnet. Auf jeder Informationstafel ist ein QR-Code zu finden, über den man sich mit dem Handy vertiefende Informationen zu den ausgewählten Objekten auf der Webseite des Ortsteils erschließen kann. Dabei wurden alle unter Denkmalschutz stehende Objekte einbezogen und zusätzlich einige weitere Denkmale und Informationstafeln integriert.
Ortsverein und Ortsteilrat verbinden mit dem "Historischen Ortsrundgang Burgau" die Hoffnung, Interesse bei Einwohnern und Gästen zu wecken und deren Informationsbedarf zu befriedigen. Vielleicht gelingt auch eine weitere Stärkung der Verbundenheit der Bewohner mit ihrem Ortsteil sowie ihres Engagements für sein kulturelles Leben.
Weiterführende Literatur
Cosack, G. & R. Jonscher (o. J.): Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte. – Reihe des Stadtarchivs Jena Nr. 2, 148 S. (ca. 1995)
Die Burgauer e. V. (Hrsg.) (o. J.): Altes und Neues Burgau – Bildband. – Jena, 80 S.
Die Burgauer e. V. (Hrsg.) (2020): Das Alte Gut nur noch als Modell. – Jena, 64 S.
Hachmeister, A. & K. Enkelmann (2022): Burgau „Alt und Neu“. – Jena, 48 S.
Jonscher, R. (2012): Von Ammerbach bis Zwätzen. Aus der Geschichte der Jenaer Vororte. - Bausteine zur Jenaer Stadtgeschichte 15: 480 S.
Ortsverein Burgau e. V. (Hrsg.) (2021): Festschrift 15 Jahre Ortsverein Burgau e. V. 2006 – 2021. - Jena, 70 S.
Rohnstock, K. & R. Müller (2007): Das Dorf lebt, Bewohner erzählen Geschichten aus Burgau. – quartus-Verlag, 1. Aufl., Bucha bei Jena, 134 S.
Stadt Jena, Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt (Hrsg.) (2016): Dörfer in Jena. Entwicklungskonzeption für die ländlichen Ortsteile und historischen Ortskerne der Stadt Jena. – Schriften zur Stadtentwicklung 8, 154 S.
Seibt, S. (2007): 750 Jahre Burgau an der Saale. Geschichtlicher Abriss 1257 bis 2007. – Burgau, 96 S.
Seibt, S. & T. Keßler (2014): Burgauer Kirchenbuch. Die Geschichte der Burgauer Kirche und der Kirchengemeinde von 1914 bis 2014. – Jena-Burgau, 98 S.
Sturz, R. & M. Mieth (Hrsg.) (2018): JENA - Lexikon zur Stadtgeschichte. - Tümmel Verlag GmbH Berching, 888 S.
Weitere historisch interessante Objekte
Auf der Übersichtstafel, die Sie in den drei Schaukästen des Ortsteils finden, ist die Lage von zehn ausgewählten und auf Informationstafeln beschriebenen Objekten dargestellt. Außerdem wurden auf dieser Übersichtskarte drei weitere Objekte bzw. Orte mit historischen Informationen zur Ortsgeschichte von Burgau aufgenommen. Zu diesen sollen nachfolgend vertiefende Informationen geboten werden:
Kriegerdenkmal 1870/71
Das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870 – 1871 und eine Gedenktafel erinnern an die acht teilnehmenden Soldaten aus Burgau (Seibt 2007). Zwei von ihnen sind in der Schlacht von Loigny und Poupry am 02. Dezember 1870 bei Poupry in Frankreich gefallen. Zu den Kriegsopfern zählten der erst zweiundzwanzigjährige Julius Richard Berthold Herrmann (*25.11.1848) und der dreiundzwanzigjährige Johann Friedrich Jacob Hochstein (*31.12.1846), Gefreiter bzw. Füsilier beim Infanterie-Regiment Großherzog von Sachsen (5. Thüringisches) Nr. 94 der Preußischen Armee. Das Kriegerdenkmal wurde daraufhin von Familie Herrmann, eine wohlhabende Burgauer Familie, die das Gehöft Geraer Straße 79 auf der gegenüberliegenden Straßenseite besaß, sowie der Gemeinde Burgau zur Erinnerung an die Opfer dieses Krieges errichtet. Die Enthüllung des Denkmals fand am 03. September 1871 statt „unter großer allgemeiner Teilnahme“ der Burgauer Einwohner. Gleich hinter dem Denkmal befindet sich eine „Ehrentafel für die Kriegs-Veteranen““ Georg Geisler, Julius Hochstein, Heinrich Keucher, Ernst Zipfel, Wilhelm Jarandt und Eduard Gruber, die diesen am 02. September 1910 von der Gemeinde Burgau gewidmet wurde.
Weiterführende Literatur
Maetzig, D. (2011): Burgauer Familie. Die Familie Herrmann. – Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte 2011: 75-78
Maetzig, D. (2015): Burgau und seine Höfe (2). – Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte 2015: 35-101
Maetzig, D. (2018): Die Burgauer Familie Herrmann. – Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte 2018: 97-112
Seibt, S. (2007): 750 Jahre Burgau an der Saale. Geschichtlicher Abriss 1257 bis 2007. – Burgau, 96 S.
Informationstafel „Das Gefecht bei Winzerla und Burgau am 12. Oktober 1806“
Vom Institut zur militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806 e. V. und dem Stadtmuseum Jena wurde zum 200. Jahrestag eine Informationstafel südlich der Geraer Straße 85 „Das Gefecht bei Winzerla und Burgau am 12. Oktober 1806“ aufgestellt, die über die Kampfhandlungen im Gebiet vor der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 berichtet. Darauf heißt es: „Nach den für Napoleons Truppen erfolgreichen Vorgefechten bei Schleiz am 9. Oktober und Saalfeld am 16. Oktober 1806 marschierten diese nun auf Jena. Hier vermutete Napoleon die preußische Hauptstreitmacht. Bevor es zu den folgenreichen Schlachten bei Jena und Auerstedt kam, brach die Furie des Krieges bereits über Winzerla und Burgau herein. Am Sonntag, den 12. Oktober 1806 griffen die Vortruppen des französischen V. Armeekorps bei Maua den dort befindlichen preußischen Husarenposten an. Dieser musste sich schließlich unter dem Schutz einer Jägerkompanie auf Winzerla zurückziehen. Dabei verloren die Husaren einen Offizier, 22 Mann und 26 Pferde. Bei Winzerla aufgefahrene preußische Artillerie konnte zu diesem Zeitpunkt noch ein weiteres Vorgehen der französischen Truppen verhindern. Der die Vorposten bei Lobeda und Burgau kommandierende preußische Oberst von Erichsen stellte seine Truppen nun von der Burgauer Brücke bis zur Gemarkung Tiergarten, westlich von Winzerla auf. Gegen 21 Uhr musste er auf Grund von Munitionsmangel sowie erhöhtem Angriffsdruck das Terrain von Burgau und Winzerla aufgeben. Er zog sich über Ammerbach auf die Höhen westlich Jenas vom Gefechtsfeld ab.
Die französische Division Suchet, zu der die Vortruppen des V. Armeekorps gehörten, besetzten Burgau und Winzerla und verbrachten die Nacht auf den nordwestlich der Ortschaften gelegenen Flächen. Am Morgen des 13. Oktober räumten die Preußen Jena und das Saaletal. Sie zogen sich, verfolgt durch das Korps des Marschall Lannes, auf das spätere Schlachtfeld zurück.“
Auf der Rückseite der Informationstafel sind folgende Zeitzeugenberichte aufgeführt:
Aus den handschriftlichen Aufzeichnungen des Lobedaer Oberpfarrers Georg Friedrich Schmidt:
„Den 12. Oktober, am Sonntag, ging ich zu meiner Außengemeinde Rutha, um daselbst, so wie ich hiervormittags getan habe, eine auf die Zeit passende kurze Betstunde zu halten. Kaum hatte ich sie geendigt, so hörte ich schon auf dem Rückwege unaufhörlich schießen, und die Preußen traf ich auf der Heimkehr nicht mehr an.
Die Franzosen kamen von Rothenstein herunter und die Preußen hatten bei dem Gasthof Winzerla auf die Chaussee und Wiesen postiert. Lange dauerte das Vorpostengefecht. Endlich verfolgten mit Macht die französischen Husaren und Chasseurs zu Pferde die preußischen Husaren, welche sich zurückzogen bis nahe am Gasthof. Allein, sobald sich die Kanonen hören ließen, flohen sie wieder zurück. […] So ging es fort, bis die Nacht einbrach.
Die Franzosen schlugen ihr Lager zwischen Maua und Göschwitz auf (es war das Gros des V. Armeekorps), holten Getreide aus den Scheunen, das ihnen teils als Futter, teils als Lagerstätte dienen musste […] Diese Nacht schon kamen verschiedene Franzosen hierher (nach Lobeda) und brandschatzten in einigen Häusern. Den 13. Oktober zogen sie wie Wolken auf der Chaussee nach Jena zu.“
Der Burgauer Pfarrer Treuber teilt uns über diese Zeit mit:
„Bei der Invasion der französischen Truppen im Jahre 1806, wo die hiesige Gegend eine 4-tägige schreckliche Plünderung vom 12. bis 15. Oktober aushalten musste, wurde der hiesige Abendmahlskelch nebst Altar- und Kanzelbekleidung aus meiner Wohnung nebst meinen sämtlichen Habseligkeiten entwendet. Desgleichen auch der Kelch der Göschwitzer Kirche. Zeitzeugen berichten.“
Institut zur militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806 e. V.
Weiterführende Literatur
Nowak H., B. Hellmann & G. Queisser (1996): Lexikon zur Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806. Personen Ereignisse Begriffe. – Städtische Museen Jena, 214 S.
Erinnerungstafel Eugen Reclam (1867 – 1927)
Der Maschinenbauingenieur Eugen Reclam stammt aus einer Stettiner Juristenfamilie. Er ist über seine Vorfahren tatsächlich mit dem bekannten Leipziger Verleger Phillip Reclam verwandt. Eugen Reclam nahm eine Anstellung in der Burgauer Holzstofffabrik August Frommolts an und heiratete 1903 in die Unternehmerfamilie ein. Reclam übernahm die Fabrik und verkaufte sie 1909 an die Firma Zeiss, die an der Stelle der Fabrik ein Elektrizitätswerk baute. Reclam leitete es.
Reclam war Bürger der Gemeinde Burgau geworden und hatte um die Wende zum 20. Jahrhundert einen entscheidenden Einfluss auf Burgau und die Burgauer genommen. Er hatte sie zu einer aufgeschlossenen bürgerlichen Einstellung bewegt. Er war einer der herausragenden Bürger von Burgau.
Reclam trat selbst engagiert für konkrete Projekte der Gemeinde ein. So zum Beispiel für die Pflasterung der Burgauer Dorfstraße. Er tat das überlegt, umfassend und gründlich. So besuchte er mehrere Steinbrüche, um das geeignetste Material für die Pflasterung zu finden. Bei allem Engagement für die Belange Burgaus blieb er in dieser bewegten Zeit ihr Einwohner. Er wurde zum Gemeinderatsvorsitzenden gewählt und war das bis zu seinem Tod. Reclam hatte den Gutsacker auf dem Burgauer Schlossberg gekauft und das Projekt eines ländlichen Wohnparks aus Ein- und Zweifamilienhäusern entwickelt. Das Vorhaben erforderte zunächst, einen von der Bezirksverwaltung bestätigten Ortsbebauungsplan zu erarbeiten. Eine Aufgabe, die Konzepte und vielfältige Beratungen und Einigungen erforderte. Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sollten sich dem „dörflichen Heimatcharakter“ unterordnen. Auch die Jenaer Behörden waren daran interessiert und unterstützten das Projekt. Der Jenaer Stadtführer von 1912 schmückt seinen Einband mit dem Bild vom ersten Haus des Reclamschen Landhaus-Projektes. Gebaut wurden zwei von einem Torhaus verbundene Häuser mit einer westlich vorgelagerten Brücke über den ehemaligen Burggraben, die nach seiner Frau benannte „Marthabrücke“, wie es auch der Namenszug am Bogen der Brücke verrät. Reclam war ein engagierter Bürger in Burgaus und Jenas Öffentlichkeit. So war er Geschworener am Schwurgericht in Rudolstadt, Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche, er führte die Ortsgruppe Jena der Technischen Nothilfe, war Mitglied des sehr aktiven Burgauer Gesangvereins, des Jenaer Geologischen Vereins und des Jenaer Vereins für Heimatgeschichte. So sprach sich Eugen Reclam 1911 in zwei Beiträgen in der Jenaer Zeitung aus Naturschutzgründen gegen den Bau einer Drahtseilbahn aus dem Pennickental über den Johannisberg nach Göschwitz zum geplanten Kalkwerk aus. Es ist die persönliche Tragik Eugen Reclams, dass seine Frau im zweiten Kriegsjahr starb, er seine kinderreiche Familie dann allein führte und umsorgte, der 1. Weltkrieg das angesparte Vermögen vernichtete, ihn zwang, sein vorbereitetes Projekt fallen zu lassen und seinen restlichen Landbesitz zum Erhalt seiner Familie zu verkaufen.
Reclam ist eine Persönlichkeit, an der sich die Burgauer immer wieder ein Beispiel nehmen, die sie aus der Ortsgeschichte kennen und schätzen. Die Stadt Jena hatte ihn 2015 mit einer Gedenktafel gewürdigt und der Verein „Die Burgauer“ bedachten ihn mit zwei Beiträgen im „Burgauer Almanach“.
Dietmar Maetzig
Kessler, T. (2014): Familie Reclam. – Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte 2014: 20-28
Kessler, T. (2016): Gedenktafel für Eugen Reclam in Burgau. – Burgauer Almanach. Beiträge zur Ortsgeschichte 2016: 97-98
Danksagung
Der Vorstand des Ortsvereins, der Ortsteilrat und die gesamte Organisationsgruppe bedanken sich herzlich bei den folgenden Personen und Einrichtungen:
Bei allen Objektbesitzern für ihr Verständnis, für die Bereitschaft zur Anbringung der Tafeln sowie hilfreiche Hinweise und Materialien, der Stadtverwaltung Jena, Frau Elke Zimmermann von der unteren Denkmalschutzbehörde und ihrem Team, Pfarrerin Friederike Costa und Herrn Traugott Keßler vom Pfarrbereich Sprengel Dietrich Bonhoeffer des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Jena, Herrn Matthias Reinhold, Frau Wiebke Fiebig, Herrn Camillo Alster, Herrn Karl Schmidt, Herrn Kai-Olaf Schulz und Herrn Dr. Michael Willsch.
Des Weiteren danken wir unserem Designer, Herrn Christian Häcker (PIXARIO, Zwenkau) für die kreativen Gestaltungsideen und die unkomplizierte Zusammenarbeit.
Frau Regina Stedtler †, Herr Herbert Brauns, Herr Ulrich und Frau Dr. Ute van Hengel sowie das Institut zur militärgeschichtlichen Forschung Jena 1806 e. V. unterstützten das Projekt durch die Bereitstellung von Fotos, Literatur und weiterer Unterlagen. Frau Manuela Grün half bei der Abstimmung mit einzelnen Besitzern. Beim Korrekturlesen unterstützten uns Antje Herrmann und Sabine Westhus. Herr Jochen Eckardt gab wertvolle Hinweise zum Pfarrhaus und bereitete dankenswerter Weise die Einbindung des Projektes in die Internetseite von Jena-Burgau vor, die dann Frau Ursina van Hengel fertigstellte.
Bei der Aufstellung der Metallpfosten vermittelte uns Roy Pechmann die Firma Metallbau Waren, die uns dankenswerter Weise die Bodenhülsen für die Metallpfosten gesetzt hat. Die Standorte der Pfosten wurden mit dem Kommunalservice Jena, Stephan Kirchner und Torsten Reich, abgestimmt.
Unser besonderer Dank gilt der Stadt Jena mit ihrem Eigenbetrieb JenaKultur für die Förderung des Vorhabens, vor allem Frau Evelyn Halm, die uns während der gesamten Zeit mit Rat zur Seite stand, und Frau Katrin Richter, die uns bei Fragen des Förderantrage beraten hat.
Der Ortsteilbürgermeister Herr Andreas Fehrle trug durch eine Spende zum Gelingen des Projektes bei und förderte es von den ersten Schritten an.
Zum Projekt „Historischer Ortsrundgang Burgau“
Auf der Ortsteilratssitzung am 09.09.2020 trug Renate Mäder die Projektidee vor, in Burgau einige bedeutende und markante Objekte mit Informationen zur Ortsgeschichte zu versehen. Diese Idee wurde vom Ortsteilrat aufgegriffen und zusammen mit dem Ortsverein Burgau e. V. ein Gemeinschaftsprojekt „Historischer Ortsrundgang Burgau“ ins Leben gerufen. Die Koordinierung des Projektes übernahm Dr. Werner Westhus. Es wurde im Frühjahr 2022 eine Organisationsgruppe gebildet, in der außer ihm folgende Personen mitwirkten: Renate Mäder als Vorsitzende des Ortsvereins Jena e. V., Dr. Dietmar Maetzig als Mitglied der Geschichtsgruppe innerhalb des ehemaligen Vereins „Die Burgauer e. V.“ und profunder Kenner der Ortsgeschichte, Annett und René Hachmeister, als Autorin bzw. Ideengeber der Fotodokumentation „Burgau „Alt und Neu““. Die nächsten Arbeitsschritte waren die Erstellung einer Projektskizze, die Auswahl der vorzustellenden geschichtlich und architektonisch interessantesten Bauwerke bzw. Ensembles Burgaus und die Sammlung von Material. Im Sommer 2023 erfolgte durch Dr. Werner Westhus das Einholen dreier Angebote zur Gestaltung und Herstellung der Informationstafeln, woraufhin von ihm ein Förderantrag bei JenaKultur gestellt werden konnte. Parallel wurde bei den Objekteigentümern um Zustimmung geworben und ihr Einverständnis eingeholt. Am 08. März 2024 erfolgte die Gewährung der beantragten Zuwendung im Rahmen der Kulturförderung der Stadt Jena. Daraufhin konnte dem Grafikbüro PIXARIO der Auftrag erteilt werden. Die Textentwürfe auf den Tafeln wurden von Dr. Dietmar Maetzig erstellt und von Dr. Werner Westhus ergänzt. Die Auswahl historischer Bilder lag vor allem in den Händen von Annett Hachmeister und Dr. Werner Westhus. Im April 2024 wurde ein Muster für die Tafeln von PIXARIO erstellt und abgestimmt, woraufhin im Juli 2024 die Entwürfe für die Tafeln vorgelegt und wiederum mit den Eigentümern abgestimmt worden sind. Parallel fand eine Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde bei der Stadt Jena und dem Kommunalservice Jena statt. Am 20.11.2024 wurden die ersten sieben Informationstafeln angebracht, am 08.01.2025 die Bodenhülsen gesetzt und am 11.01.2025 die letzten Tafeln montiert. In kürzester Zeit erfolgen einige hundert Zugriffe auf die Webseite zum Ortsrundgang.
Am 26. Januar 2025 wurde der „Historische Ortsrundgang Burgau“ in einer Feierstunde mit Burgauern, Gästen und Mitstreitern festlich eröffnet. Parallel dazu erfolgt in der Burgauer Kirche eine Poster-Ausstellung aller zehn Informationstafeln, die nun an den sieben Häusern direkt angebracht sind bzw. an drei Pfosten vor den jeweiligen Objekten betrachtet werden können sowie der drei weiteren historisch interessanten Objekte.
Die Projektgruppe
Werner Westhus, Annett und René Hachmeister, Renate Mäder & Dietmar Maetzig
Jena-Burgau, 26. Januar 2025